Rafał Domżalski (Expom S.A.): Unternehmer im Iran sind wie in Boxen geschlossene Pferde, die auf einen Startschuss warten

Den 28. September 2015 ging die Regierungshandelsmission im Iran zu Ende zu der der Wirtschaftsminister Janusz Piechociński polnische Unternehmer mitnahm. Die Offshore- und Maschinenbranche wurde von Expom vertreten.

An der Mission nahmen in erster Linie Vertreter des polnischen Lebensmittelsektors, der Energiebranche und der Landwirtschaft teil. Expom, die auf die Produktion von Davits und Marinekranen sowie von großräumigen Stahlkonstruktionen spezialisiert ist, war der einzige Vertreter aus dem Bereich Schiffbauindustrie, Anlagen für den Seetransport und Maschinenbaubranche.

- Iran lässt sich heutzutage mit Polen an der Wende der 80er und 90er Jahre vergleichen. Dies macht sich in der Wirtschaft, Infrastruktur, Automobilbranche und in der Industrie bemerkbar. Die Geschäftswelt wartet ungeduldig auf die Aufhebung der bestehenden Sanktionen und ist auf eine internationale Kooperation bereit. Es ist für uns der beste Zeitpunkt, die Bedürfnisse des Irans zu erkennen, sich einen Überblick über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten zu verschaffen, Geschäftsbeziehungen zu knüpfen oder Verhandlungen zu führen, um gerade an diesem Neubeginn teilnehmen zu können – fasst der Vorstandsvorsitzende von Expom S.A., Rafał Domżalski, diese Wirtschaftsreise zusammen.

Der Zweck der Wirtschaftsmission war es, konstruktive Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran zu knüpfen. Der Wirtschaftsminister Janusz Piechociński hatte eine Gelegenheit, unter anderem mit dem iranischen Minister für Industrie, Bergbau und Handel oder mit dem Minister für Wirtschaft und Finanzen zu sprechen. Als Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet.

- Das unterzeichnete Abkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird es nicht nur ermöglichen, unmittelbare Maßnahmen auf Regierungsebene zu treffen, sondern wird vor allem zur Entwicklung der handelspolitischen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern beitragen - sagte der stellvertretende Ministerpräsident Janusz Piechociński in Teheran bei einem Treffen mit dem iranischen Minister für Wirtschaft und Finanzen Alim Tayebnia.

Gemeinsam mit den aus Polen eingeladenen Unternehmern sprach der stellvertretende Ministerpräsident während der Gespräche mit arabischen Politikern und Wirtschaftsvertretern Themen an, die für verschiedene Zweige der polnischen Wirtschaft von Bedeutung sind.

- Der Besuch war sehr erfolgreich und die B2B-Treffen waren auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet. Ich habe mich mit mehreren arabischen Unternehmern getroffen, die ihr Interesse am Angebot von Expom geäußert haben und bereits mit konkreten Fragen zu uns kamen. Wir sehen eine Chance, eine Zusammenarbeit im Bereich der Spezialausrüstung und der großräumigen Stahlkonstruktionen für den Bergbau, Kranindustrie und technische Infrastruktur aufzunehmen. Wir produzieren in erster Linie für den Export und haben die bei Expom hergestellten Anlagen bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Singapur ausgeliefert. Jetzt ist der Iran an der Reihe – schätzt Rafał Domżalski ein.

- Es ist hervorzuheben, dass der Markt im Iran zwar stark unterfinanziert ist, aber ein enormes Potential bietet. Erfolgsversprechend sind auch die sozialen Gemeinsamkeiten zwischen unseren beiden Ländern. Die Entwicklung der Wirtschaft wird zentral gehemmt, genauso wie es in Polen in den 80er Jahren der Fall war. Die Zensur beschränkt den Zugang zu Informationen und Kultur. Die Menschen haben jedoch gelernt, diese Einschränkungen gekonnt zu umgehen. Trotz Sanktionen und vielen Hindernissen gibt es bereits im Iran Unternehmen, die nach marktwirtschaftlichen Prinzipien agieren und den Außenhandel betreiben. In einigen Monaten werden jedoch ganz neue Möglichkeiten zum Vorschein kommen und Polen sollte diese nutzen – fügt der Vorstandsvorsitzende von Expom hinzu.

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